Ausgefallene Geschenke sind nicht die, die nicht überbracht werden können, weil die Feier oder Veranstaltung, zu der man eingeladen ist, verschoben oder gar abgesagt werden muss. Dafür kann es einen Grund, etwa eine Erkrankung des Jubilars, geben. Wenn man sich da schon mit einem Geschenk versorgt hat und es sich um verderbliche Ware handelt, dann heißt das eben, dass man sich jetzt selbst ein Geschenk gemacht hat. Eigenverbrauch ist angesagt, und wenn der neue Termin steht, muss man eben das Geschenk noch einmal besorgen.

Man könnte es auch umgekehrt sehen. Man ist selbst der Einladende und rechnet natürlich damit, dass die Eingeladenen recht viele Geschenke mitbringen. Dann sind ausgefallene Geschenke die, die man wegen der Verschiebung der Einladung nicht in Empfang nehmen kann. Nein, auch diese sind nicht gemeint. Ausgefallene Geschenke sind die, die eben nicht normal sind, die nicht dem Üblichen entsprechen. Socken, Krawatte, die Flasche Wein oder die Packung Pralinen aus dem Supermarkt – alles ganz gewöhnliche Geschenke. Die Socken mit Zehen aber, die Designer Krawatte mit einem besonders exotischen Muster, die Flasche Wein aus dem Geburtsjahrgang des Jubilars, oder die Pralinen aus einer internationalen Konfiserie, das sind nicht alltägliche und damit ausgefallene Geschenke.

Zur Kategorie ausgefallene Geschenke gehört auch viel selbst Gebasteltes. Das ist meist schon von vornherein ein Unikat und kaum ein zweites Mal in der gleichen Form anzutreffen – es sei denn, die Kreativität des Bastlers oder der Bastlerin stammt aus einem Buch mit wenigen Beispielen und nicht den eigenen Gedanken.

Ausgefallene Geschenke können auch Karten und Einladungen zu besonderen Ereignissen sein, die es nur einmal gibt. Eine solche Gelegenheit wird man kein zweites Mal erhalten. Das macht ein ausgefallenes Geschenk dann eben zu einem besonderen Geschenk und unvergessenen Erlebnis.

Ausgefallene Geschenke sind auch aus dem Bereich Kleidung bekannt. Doch sollte man als Schenkender da vorsichtig sein. Es nützt nichts zu schenken, was nie getragen wird. Man muss den Geschmack des oder der Beschenkten schon sehr genau kennen, wenn man sich an derartiges heranwagt. Sonst landet das gute Stück, das vermutlich auch noch recht teuer war, nach einiger Zeit eben doch in der Altkleidersammlung, weil im Kleiderschrank Platz für normalere Kleidung gebraucht wird.