Mit einem Freundschaftsgeschenk fängt vieles an. Aber manches endet auch wieder schnell. Zu denken ist da beispielsweise an den Studenten, der seine hübsche Kommilitonin mit einem Freundschaftsring überraschte und glaubte, sie sich so sichern zu können. Die Freundschaft war aber nur von kurzer Dauer. Ob dunkel doch nicht die von ihm bevorzugte Haarfarbe war und er sich deshalb für eine Blondine zum Heiraten entschied? Oder ob die Überraschung zwar gelungen, das weitere Überlegen sie davon abbrachte, mit ihm weiter in Beziehung zu bleiben? Jedenfalls muss ein Freundschaftsgeschenk nicht immer zu einem guten Ende führen.

Doch sollte man sich davon nicht beirren lassen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – wie wahr! Vielleicht war der Ring in diesem Sinne eben ein zu großes Geschenk.
Freundschaftsgeschenke sind die ersten Anzeichen, die Verbundenheit zum Ausdruck bringen sollen. Man ist sich näher gekommen. Man hat sich etwas zu sagen und schätzt sich. Dazu braucht es nicht die großen und teuren Freundschaftsgeschenke. Kleinigkeiten tun es auch und sind oft wirkungsvoller, weil sie die Freundschaft nicht durch Inbesitznahme gefährden. Freundschaften können nämlich nicht nur durch zu große Ferne, sondern auch zu große Nähe in die Brüche gehen.

Freundschaftsgeschenke sagen dem Freund oder der Freundin, dass man ihn oder sie mag. Das ist doch schon etwas. Darauf kann man aufbauen. Und wenn sich das gegenseitige Vertrauen bewährt, kann eine Freundschaft jahrelang oder gar ein ganzes Leben lang halten. Da braucht es keine wiederholten Freundschaftsgeschenke. Das erste Freundschaftsgeschenk, das die Beziehung aus der völligen Unverbindlichkeit heraushebt, ist da oft schon genug.

Deshalb sollte es man mit dem Freundschaftsgeschenk nicht übertreiben. Es gibt noch genug andere Gelegenheiten zu Geschenken, wenn das Bedürfnis dazu besteht. Es gibt auch keine allgemeine Regel für das Freundschaftsgeschenk. Selbst die, dass beim Geld die Freundschaft bekanntlich aufhört, gilt nicht so unumstößlich, als dass ein Geldgeschenk völlig unmöglich sei. Man denke an den Fall, wo man jemand mit einem kleinen Geldbetrag aus der Verlegenheit hilft. Auch dieses Geschenk kann der Beginn einer Freundschaft sein. Doch darf der andere das natürlich nicht ausnutzen. Ein zweites Geldgeschenk ist da eines zu viel.
Man kann es auch mit offiziellen Geschenken wie dem gemeinsamen Fotobuch oder einem Freundschaftsbuch versuchen. Doch ist dies heute ebenso wenig üblich wie früher das Poesiealbum, in das sich sämtliche Freunde eintragen konnten.