Die Konfirmation ist eine besondere Segenshandlung in den evangelischen Kirchen. Mit der Konfirmation (aus dem Lateinischen, „Bestätigung“) soll der Konfirmand seine durch die Taufe bereits bestehende Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft jetzt selbst bestätigen. Damit ist nicht nur die eigene Verantwortung für das Glaubensleben verbunden. Verschiedene kirchliche Rechte können erst jetzt in Anspruch genommen werden. Das kann von Kirche zu Kirche unterschiedlich sein. So können Konfirmierte beispielsweise Taufpaten werden, und sie können aktiv an der Wahl der Kirchengemeinderäte mitwirken. Nicht mehr einheitlich ist geregelt, ob sie erst jetzt zum Abendmahl gehen dürfen.

Die Konfirmation fand früher etwa im 14. Lebensjahr statt. Es war das Jahr, in dem die achtjährige Volksschule zu Ende ging und der Konfirmand eine Lehre begann. Damit markierte die Konfirmation auch in den meisten Fällen das Ende der Schulzeit und den Eintritt in das Erwachsenenleben. Das galt es natürlich zu feiern. In erster Linie war es eine Familienfeier, bei der die ganze Familie wieder einmal zusammen kam. Die Taufpaten konnten ihre Verantwortung abgeben.
Diese Feier war deshalb auch ein willkommener Anlass für Geschenke zur Konfirmation. Doch nicht nur die Verwandtschaft, sondern häufig auch Nachbarn und nähere Bekannte aus der Kirchengemeinde brachten Geschenke zur Konfirmation. Einmal gab es natürlich Geschenke zur Konfirmation mit kirchlichem Bezug, etwa ein Gesangbuch oder andere christliche Literatur.
Dazu  kamen allerlei nützliche Dinge, die ein Vierzehnjähriger oder eine Vierzehnjährige für den Eintritt in das Erwachenenleben gut gebrauchen konnte. Dazu zählten etwa Manschettenknöpfe und Krawatten für den Sohn, Schmuck  für die Tochter. Aber auch der Kulturbeutel für die Reise, das Reisenecessaire, Taschentücher, Briefpapier, ein guter Füllfederhalter oder sogar eine besondere Armbanduhr dienten als Geschenk zur Konfirmation.

Inzwischen hat sich viel verändert. Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Konfirmation nicht mehr ein kirchliches Fest ist, sondern vor allem als Fest der Geschenke dient. Einerseits sind viele der praktischen Dinge inzwischen in den Hintergrund getreten, weil sie ohnehin vorhanden sind. Dafür treten die Geldgeschenke in den Vordergrund, weil der Konfirmand ja noch längere Zeit kein eigenes Geld verdient und deshalb ein Geldgeschenk zur Konfirmation sehr schätzt, damit er sich jetzt endlich etwas leisten kann, was bisher nicht möglich war.

Zum Geschenk zur Konfirmation gehört aber auch, dass der Konfirmand sich bei den Schenkenden, die nicht zur Konfirmationsfeier eingeladen waren, bedankte. Diese erhalten dann von ihm ein Geschenk zur Konfirmation als Dankeschön: früher Kuchen und Torte, heute häufig eine kleine Sekt- oder Weinflasche.