Auch die Nikolausgeschenke sind, wie heute so vieles, kommerzialisiert. Schon Wochen vorher gibt es in den Geschäften alles Mögliche zu kaufen: Jede Menge Süßwaren mit Bezug auf den Nikolaus, dazu sind auch die Obstregale voll mit einheimischen und fremden Früchten. Ein Nikolaus kommt auch nicht mehr ins Haus. Wenn am 6. Dezember Schuhe oder Stiefel gefüllt sind, dann weiß heute jedes Kind, dass das die Eltern waren. Schade - eine Illusion weniger, und das Nikolausgeschenk ist gleich weniger wert.
Das Nikolausgeschenk geht auf den katholischen Heiligen Nikolaus von Myra zurück, der im 4. Jahrhundert als Bischof wirkte. Zahlreiche Legenden werden von ihm berichtet. So soll er einmal drei Jungfrauen beschenkt haben, damit sie ordnungsgemäß verheiratet werden konnten. Oder er ließ zur Linderung einer Hungersnot Korn aus einem kaiserlichen Schiff abzweigen, ohne dass dieses dadurch weniger wurde.
Eigentlich dürfte der Nikolaus nur bei katholischen Kindern erscheinen, da es bei den evangelischen keine Heiligenverehrung gibt und man deshalb kurzerhand das Nikolausgeschenk auf Weihnachten verlegte und das Christkind damit betraute. Doch heute hat der Wohlstand diese Unterschiede längst eingeebnet. Die kleine Bescherung mit Süßigkeiten und Obst gibt es am Nikolaustag, in dem traditionell die bereitgestellten und selbstverständlich sauber geputzten Schuhe oder Stiefel damit gefüllt wurden. Und die große Bescherung gibt es dann an Weihnachten.